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Aktien-Strategie für deutsche Aktien

Rahmenbedingungen

Im Folgenden wird eine Aktien-Strategie beschrieben und deren Entwicklung in den letzten 23 Jahren. Betrachtet werden deutsche Aktien, die einen entsprechenden täglichen Börsenumsatz von mind. 2 Millionen Euro haben und damit realistisch handelbar sind. Als Kosten werden pro Transaktion (Kauf oder Verkauf) jeweils 1% Spesen berücksichtigt. Im verfügbaren Aktienpool befinden sich aktuell 251 deutsche Werte mit den täglichen Schlusskursen und Umsätzen, teilweise seit 1992.

1. Definition des Investitionszeitraums

Eine ständige Vollinvestition "buy and hold" wäre zu riskant wie am deutschen Aktienindex (DE30) zu erkennen ist, der im Betrachtungszeitraum zweimal (2000-2003 sowie 2008-2009) jeweils über 50% verloren hat. Der Investitionszeitraum ergibt sich aus der Betrachtung der 200-Tage-Linie, die sich aus dem Mittelwert der jeweils letzten 200 Tagesschlusskurse im DE30 ergibt (GD-200). Immer wenn der aktuelle DE-30-Kurs mind. 2% über dem aktuellen Mittelwert liegt werden 10 Aktien gekauft. Wenn der aktuelle DE-30-Kurs mind. 2% unter den Mittelwert fällt, werden alle Werte verkauft.

2. Auswahl der Einzelaktien

Dann erfolgt die Auswahl der Einzelaktien nach einer ebenso einfachen mathematischen Methode. Es werden Werte mit der höchsten relativen Stärke selektiert, also Aktien die bisher schon gut liefen (Trendfolge, Momentum). Dabei wird die Stärke quantifiziert als prozentuale Entwicklung in den letzten 120 Börsentagen (ca. 6 Monate). D.h. der aktuelle Aktienkurs wird verglichen mit dem Kurs vor 120 Börsentagen und die 10 Aktien mit dem höchsten prozentualen Kursgewinn werden gekauft (Top Aktien Deutschland).

Das war's

Mit diesem simplen Modell schlägt man nicht nur den DE30 um Längen, auch die Kursrückschläge bleiben moderater, weil man in den großen Korrekturphasen nicht investiert ist. Die Kurseinbrüche konnten in der Vergangenheit mit dieser Anlagestrategie und speziell mit der optimierten Strategie der Musterdepots reduziert werden. Erst dadurch wurden höhere Renditen möglich. Dennoch, Aktienanlagen sind grundsätzlich riskant, auch hohe Verluste sind möglich. Die Modellbeschreibung dient der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar.

Performance der Aktien-Strategie in % im Vergleich zum Musterdepot D-10 und dem DE30.

    Mittelwert pro Jahr maximaler Kursverlust   1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
                                                       
Strategie   11,5 % 34 % (18.05.99)   -8,2 31,6 -17,1 1,1 26,2 21,1 -1,4 37,7 22,6 0,0 -11,1 23,8 7,1 67,8 7,6 16,7 -10,6 46,9 26,2 1,6 -1,5 40,3 -17,2
                                                       
DE-10   12,1 % 28 % (22.09.08)   -3,4 15,8 -0,3 -1,4 16,7 33,2 1,8 17,8 10,2 2,4 8,6 25,8 10,4 18,0 38,5 13,8 13,2 10,5 20,6 -3,5 6,9 29,1 6,3
DE30   7,9 % 67 % (19.03.03)   -2,1 46,7 -7,1 7,0 28,2 47,1 17,7 39,1 -7,5 -19,8 -43,9 37,1 7,3 27,1 22,0 22,3 -40,4 19,8 16,1 -15,7 29,1 25,5 2,7

Unterschied zu den Musterdepots D-3 bis D-40

Die Anlagestrategie beschreibt die "Light"-Variante im Vergleich zu den Musterdepots.
Über den optimierten Algorithmus der Musterdepots wird das Risiko der Kursrückschläge nochmals reduziert und die exakten Kauf- und Verkaufssignale werden per E-Mail geliefert. In den Musterdepots kommen zusätzlich folgende Mechanismen zum Einsatz:

Branchen- / Industriezuordnung

In den Musterdepots wird die Branchenzugehörigkeit jeder Aktie berücksichtigt um den Anteil der Aktien der gleichen Branche in den Depots zu begrenzen und die Diversifizierung zu verbessern.

Investitionszeitraum

In den Musterdepots kommt es nicht zum abrupten Kauf bzw. Verkauf aller Depotaktien. Die Investition wird nicht mittels 200-Tage-Mittelwert, sondern über ein weiterentwickeltes Modell gesteuert.

Anteil der Einzelaktie

Durch massive Kurssteigerungen kann der Anteil einer Aktie im Depot sehr groß werden. Deshalb wird ab einem gewissen Schwellwert die Aktie automatisch verkauft.

Umsatz und Volatilität

Sowohl die Umsatz- als auch die Volatilitätsentwicklung der einzelnen Aktien wird in den Musterdepots zur Auswahl der Werte zusätzlich zur relativen Stärke berücksichtigt.

Bundesanleihen

Nicht in der auf Übersichtlichkeit reduzierten obigen Strategie, aber in den Musterdepots, kommen in massiven Korrekturphasen Bundesanleihen zur Renditesteigerung zum Einsatz.

Zinsentwicklung

Anleihen gelten als alternatives Investment zur Aktienanlage. Deren Zinsentwicklung nimmt als übergeordneter Parameter Einfluss auf den Investitionsgrad bei den Musterdepots.